Zurück

Zwei Freiwillige, eine gemeinsame Leidenschaft

Wir sind Sarah und Meret und unterstützen das Team des Taghauses abwechselnd an den Samstagen in der Küche. Zum Jahreswechsel ergab sich ganz unerwartet, dass wir zur selben Schicht erschienen. Während wir wie gewohnt die Fleisch- und Käseplatten anrichteten, kamen wir ins Gespräch und entdeckten schnell unsere gemeinsame Leidenschaft fürs Kochen. Noch bevor die Schicht zu Ende ging, war die Idee geboren, gemeinsam ein Menü im Taghaus zu planen und umzusetzen. Unerwarteterweise stiessen wir mit unserem Vorschlag auf grosse Offenheit, sodass noch am selben Tag ein passender Termin im Frühjahr festgelegt wurde.


Kurz vor Ostern trafen wir uns erneut zur konkreten Menüplanung. Wie gewohnt sollte es am Samstag eine Suppe geben, die allen schmeckt. Wir entschieden uns für eine türkische Linsensuppe, Mercimek Çorbası. Anstelle der sonst üblichen Fleisch- und Käseplatten planten wir jedoch Dolma (gefüllte Paprika) und Çiğ Köfte (Bulgur-Bällchen) als Beilagen ein. Aufgrund der Feiertage gestaltete sich die Planung etwas schwieriger, da die Essenslieferungen der Tafel an mehreren Tagen ausfielen. Doch das Taghaus-Team hatte vorgesorgt: Die Kühlschränke waren mit frischen Lebensmitteln gefüllt, sodass wir nur vereinzelt zusätzliches Gemüse, spezielle Gewürze und das benötigte Hackfleisch besorgen mussten. Zudem war es uns wichtig, auch bei der Verwertung der vorhandenen Lebensmittel zu unterstützen. Deshalb beschlossen wir, das vorhandene grobe Bulgur und eine zusätzliche Gemüsebeilage zuzubereiten.


Am vereinbarten Tag trafen wir frühzeitig im Taghaus ein. Vom Team waren Anja und René an diesem Osterwochenende eingeteilt und hatten die Räumlichkeiten bereits so vorbereitet, dass wir direkt mit dem Kochen beginnen konnten. Aufgrund des straffen Zeitplans entschieden wir uns, zunächst die Linsensuppe zu servieren und die Beilagen in einem zweiten Gang anzubieten.


Wir hatten uns im Vorfeld auf einen grossen Andrang von Besucher:innen eingestellt, da andere städtische Institutionen über das Osterwochenende geschlossen sein würden. Zu unserer grossen Erleichterung blieb der erwartete Ansturm jedoch aus – vermutlich auch, weil verschiedene kirchliche Angebote stattfanden. Das sorgte für eine entspanntere Atmosphäre in der Küche und im Gastraum. Während Sarah sich um die Füllungen für die Dolma sowie die Çiğ-Köfte-Masse kümmerte, war Meret mit der Zubereitung der Linsensuppe und der Selleriebeilage beschäftigt. Anja und René übernahmen das Schneiden der Zwiebeln, das Hacken der Kräuter und das Aushöhlen der Paprika, während sie sich gleichzeitig um die Anliegen der Besucher:innen kümmerten.


In der Menüplanung war etwas Flexibilität gefragt, denn mit dem vorhandenen groben Bulgur liess sich nicht die gewünschte Masse für die Çiğ Köfte herstellen. Kurzerhand entschieden wir uns daher für eine Alternative und bereiteten daraus einen würzigen Bulgursalat mit frischen Granatapfelkernen zu. Eine zusätzliche Entlastung ergab sich durch eine grosszügige Spende einer Bäckerei, die uns mit einer Vielzahl an Desserts versorgte. So mussten wir lediglich noch einige frische Früchte vorbereiten, um das Menü abzurunden.

Alles in allem lief der Anlass weitgehend reibungslos und lässt uns mit grosser Dankbarkeit auf den gemeinsamen Einsatz zurückblicken. Besonders berührt hat uns die Wertschätzung der Besucher:innen, die unserem Menü mit viel Offenheit begegnet sind. Es war schön zu sehen, wie neugierig auch weniger vertraute Gerichte probiert wurden. Ebenso beeindruckt hat uns das Vertrauen, das uns vom Taghaus-Team von Anfang an entgegengebracht wurde. Die Offenheit, uns die Planung und Durchführung eines eigenen Menüs zuzutrauen, sowie die tatkräftige Unterstützung vor und während des Anlasses haben wesentlich zum Gelingen dieses Tages beigetragen.