Zivildienst mit Wirkung: Einblicke in die Arbeit mit Menschen im Tageshaus
Die Zusammenarbeit mit dem aufgestellten Team bringt mir wertvolle Perspektiven für den Umgang mit den Besuchenden sowie für den Unterhalt der Räumlichkeiten im Tageshaus an der Wallstrasse. Durch den täglichen Austausch mit den Mitarbeitenden kann ich neue Erfahrungen sammeln, Verantwortung übernehmen und meine Fähigkeiten im sozialen Bereich kontinuierlich erweitern.
Der Tagesablauf beginnt intensiv mit der Vorbereitung der Küche und der Räumlichkeiten für die Gäste sowie der Abholung der Post für die Verwaltung. Diese Arbeiten bilden die Grundlage für einen gut organisierten Tagesbetrieb und sorgen dafür, dass die Besuchenden in einer angenehmen Umgebung empfangen werden können.
Anschliessend wird die von der Schweizer Tafel gelieferte Ware sortiert, kontrolliert und eingeräumt. Darauf folgen die Zubereitung der Mahlzeiten, die Essensausgabe sowie der anschliessende Abwasch. Dabei ist eine gute Zusammenarbeit im Team besonders wichtig, damit die Abläufe reibungslos funktionieren.
Nach dem Mittag stehen, je nach Wochentag, unterschiedliche Aufgaben an, wie die Planung der kommenden Mahlzeiten, Einkäufe und Einzahlungen sowie der Austausch und die Unterstützung der Gäste. Dadurch bleibt der Arbeitsalltag abwechslungsreich und vielseitig.
Im Kontakt mit den Besuchenden helfe ich beim Umgang mit Smartphones, unterstütze sie bei administrativen Arbeiten am Computer und stehe für Gespräche zur Verfügung. In herausfordernden Situationen versuche ich, mit einer ruhigen und respektvollen Haltung zur Deeskalation beizutragen. Zudem unterstütze ich Besuchende mit körperlichen oder psychischen Einschränkungen und begegne ihnen mit Geduld, Respekt und Verständnis.
Während des Abschlusses des Tages kommen die Reinigung der Räumlichkeiten, die Entsorgung sowie die Vorbereitung für den kommenden Tag an die Reihe. Auch diese Aufgaben sind ein wichtiger Bestandteil des Tagesablaufs und tragen dazu bei, dass der nächste Arbeitstag gut vorbereitet beginnen kann.
Ich kann den Einsatzort allen Personen empfehlen, die vorhaben, eine Ausbildung im Pflege- oder Sozialbereich anzutreten. Mit meiner Erfahrung im Umgang mit Pflegefachpersonal und Klientinnen und Klienten aus der Alterspflege während des Zivildienstes konnte ich viele dieser Fähigkeiten im Tageshaus weiter vertiefen. Die Dynamik der Zusammenarbeit mit dem Team sowie der tägliche Kontakt mit den Besuchenden machen den Einsatz besonders abwechslungsreich, lehrreich und bereichernd. Ich konnte dabei nicht nur fachliche Erfahrungen sammeln, sondern mich auch persönlich weiterentwickeln und wichtige Kompetenzen für meine berufliche Zukunft mitnehmen.
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Mein Zivildiensteinsatz im Tageshaus für Obdachlose
Mein Name ist Shan Helfenberger, ich bin 21 Jahre alt, Maturand aus Basel und absolviere derzeit einen dreimonatigen Zivildiensteinsatz im Tageshaus für Obdachlose. Dort unterstütze ich die Gäste bei verschiedenen Anliegen, helfe in der Küche und übernehme diverse Aufgaben im täglichen Betrieb.
Wie sieht dein Arbeitsalltag im Tageshaus aus?
Zu meinen täglichen Aufgaben gehören das Einsortieren von Essenslieferungen sowie die Ausgabe von Speisen und Getränken. Darüber hinaus übernehme ich Aufräumarbeiten, kümmere mich um die Wäsche und erledige Einkäufe. Bei Bedarf unterstütze ich zudem das Küchenteam.
Einen grossen Teil meiner Aufgaben erledige ich bis zum Mittag. Die Zeit nach dem Mittagessen ist meist etwas ruhiger, sodass Raum für Gespräche mit den Gästen oder auch eine Partie Billard bleibt.
Was sind besonders prägende Momente?
Der schönste Teil meiner Arbeit ist der Austausch mit den Besucherinnen und Besuchern. Besonders schätze ich den respektvollen und wertschätzenden Umgang – sowohl im Team als auch unter den Gästen des Tageshauses.
In den vergangenen drei Monaten konnte ich mich gut ins Team integrieren und das Vertrauen vieler Gäste gewinnen. Es ist mir wichtig, auf ihre Anliegen einzugehen und ihnen mit Respekt zu begegnen, gleichzeitig aber auch die notwendige professionelle Distanz zu wahren.
Was nimmst du aus diesem Einsatz mit?
Während meines Einsatzes im Tageshaus für Obdachlose habe ich gelernt, Verantwortung im täglichen Betrieb zu übernehmen und auch in hektischen Situationen ruhig zu bleiben. Zudem konnte ich meine Kommunikationsfähigkeiten stärken, insbesondere im Umgang mit Menschen in schwierigen Lebenslagen.
Besonders beeindruckt hat mich, wie offen und respektvoll viele Gäste trotz ihrer oft herausfordernden Situation miteinander und mit dem Team umgehen.
Mein Blick auf das Thema Obdachlosigkeit hat sich durch diesen Einsatz deutlich verändert. Heute sehe ich stärker die individuellen Geschichten hinter den Menschen und weniger nur ihre äussere Situation. Mir ist bewusst geworden, wie vielfältig die Ursachen von Obdachlosigkeit sein können und wie wichtig Angebote und Begegnungsorte wie das Tageshaus für Obdachlose sind.
Ich bin sehr dankbar, einen Teil meines Zivildiensteinsatzes im Tageshaus für Obdachlose verbringen zu dürfen. Dabei konnte ich wertvolle Erfahrungen im Umgang mit den Gästen sammeln und mehr über ihre Hintergründe und Lebensgeschichten erfahren. Diese Zeit hat meinen Blick auf das Thema Obdachlosigkeit nachhaltig geprägt und wird mir auch in Zukunft in Erinnerung bleiben.
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Zwei Freiwillige, eine gemeinsame Leidenschaft
Sarah und Meret unterstützen das Team des Taghauses regelmässig an Samstagen in der Küche. Aus einer zufälligen gemeinsamen Schicht entstand die Idee, selbst ein Menü für die Besucher zu planen und zuzubereiten. Mit viel Engagement und Kreativität setzten sie diese Idee rund um Ostern erfolgreich um.
Wie kam es dazu, dass ihr gemeinsam ein Menü für das Taghaus geplant habt?
Zum Jahreswechsel ergab sich ganz unerwartet, dass wir beide zur selben Schicht erschienen. Während wir wie gewohnt die Fleisch- und Käseplatten anrichteten, kamen wir ins Gespräch und entdeckten schnell unsere gemeinsame Leidenschaft fürs Kochen. Noch bevor die Schicht zu Ende ging, war die Idee geboren, gemeinsam ein Menü im Taghaus zu planen und umzusetzen. Zu unserer Freude stiessen wir mit unserem Vorschlag auf grosse Offenheit, sodass noch am selben Tag ein passender Termin im Frühjahr festgelegt wurde.
Wie seid ihr bei der Menüplanung vorgegangen?
Kurz vor Ostern trafen wir uns erneut zur konkreten Planung. Wie gewohnt sollte es am Samstag eine Suppe geben, die allen schmeckt. Wir entschieden uns für eine türkische Linsensuppe, Mercimek Çorbası. Anstelle der üblichen Fleisch- und Käseplatten planten wir Dolma, also gefüllte Paprika, sowie Çiğ Köfte als Beilagen.
Da über die Feiertage mehrere Essenslieferungen der Tafel ausfielen, war etwas Flexibilität gefragt. Glücklicherweise hatte das Taghaus-Team vorgesorgt und die Kühlschränke mit frischen Lebensmitteln gefüllt. So mussten wir nur einige zusätzliche Zutaten wie spezielles Gemüse, Gewürze und Hackfleisch besorgen. Gleichzeitig war es uns wichtig, die vorhandenen Lebensmittel sinnvoll zu verwerten. Deshalb planten wir zusätzlich eine Gemüsebeilage und die Verwendung des vorhandenen Bulgurs ein.
Wie verlief der Tag der Umsetzung?
Am vereinbarten Tag trafen wir frühzeitig im Taghaus ein. Vom Team waren Anja und René eingeteilt und hatten bereits alles vorbereitet, sodass wir direkt mit dem Kochen beginnen konnten. Aufgrund des straffen Zeitplans beschlossen wir, zunächst die Linsensuppe zu servieren und die Beilagen später als zweiten Gang anzubieten.
Wir hatten mit vielen Besucher gerechnet, da andere städtische Institutionen über Ostern geschlossen waren. Zu unserer Erleichterung blieb der erwartete Ansturm jedoch aus, vermutlich auch wegen verschiedener kirchlicher Angebote. Dadurch herrschte eine angenehm entspannte Atmosphäre.
Während Sarah die Füllungen für die Dolma sowie die Çiğ-Köfte-Masse vorbereitete, kümmerte sich Meret um die Linsensuppe und die Selleriebeilage. Anja und René unterstützten uns beim Schneiden der Zwiebeln, Hacken der Kräuter und Aushöhlen der Paprika, während sie gleichzeitig für die Anliegen der Besucher da waren.
Musstet ihr während des Kochens spontan Anpassungen vornehmen?
Ja, tatsächlich. Bei der Zubereitung stellten wir fest, dass sich das vorhandene grobe Bulgur nicht für die gewünschte Çiğ-Köfte-Masse eignete. Kurzerhand entschieden wir uns deshalb für eine Alternative und bereiteten daraus einen würzigen Bulgursalat mit frischen Granatapfelkernen zu.
Eine weitere erfreuliche Überraschung war die grosszügige Spende einer Bäckerei, die uns zahlreiche Desserts zur Verfügung stellte. Dadurch mussten wir lediglich noch einige frische Früchte vorbereiten, um das Menü abzurunden.
Was hat euch an diesem Tag besonders berührt?
Besonders berührt hat uns die grosse Wertschätzung der Besuchenden. Sie begegneten unserem Menü mit viel Offenheit und Neugier. Es war schön zu sehen, wie auch weniger bekannte Gerichte ausprobiert und geschätzt wurden.
Ebenso beeindruckt hat uns das Vertrauen, das uns vom Taghaus-Team von Anfang an entgegengebracht wurde. Die Offenheit, uns die Planung und Durchführung eines eigenen Menüs zuzutrauen, sowie die tatkräftige Unterstützung vor und während des Anlasses haben wesentlich zum Gelingen dieses Tages beigetragen.
Möchtet ihr zum Schluss noch etwas mitteilen?
Wir blicken mit grosser Dankbarkeit auf diesen gemeinsamen Einsatz zurück. Die Zusammenarbeit mit dem Taghaus-Team und die Begegnungen mit den Besucher haben diesen Tag für uns zu einer besonderen Erfahrung gemacht. Wir hoffen, dass wir mit unserem Menü etwas Abwechslung und Freude in den Alltag der Gäste bringen konnten.
Wir möchten uns herzlich bei Anja, René und dem gesamten Taghaus-Team für ihr Vertrauen und ihre Unterstützung bedanken. Ebenso danken wir allen, die mit ihren Lebensmittelspenden und ihrem Engagement dazu beitragen, solche Angebote möglich zu machen.
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Sandwiches und Pizza für die Obdachlosen
Im Rahmen des FreiDay-Projekts zum Thema Nachhaltigkeitsziele haben sich die drei Sekundarschülerinnen Mira, Lua und Julia für die Ziele «Keine Armut» und «Kein Hunger» entschieden. Mit viel Engagement bereiteten sie Sandwiches und Pizza für obdachlose Menschen zu und übergaben diese persönlich ans Tageshaus für Obdachlose in Basel.
Wie ist dieses Projekt entstanden?
An unserer Schule führen wir das Projekt FreiDay durch. Dabei können wir Schülerinnen und Schüler selbst ein Thema auswählen, das sich an den 17 Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen orientiert. Wir entschieden uns für die Ziele «Keine Armut» und «Kein Hunger». Unser Ziel war es, obdachlosen Menschen eine Freude zu bereiten und sie mit einer warmen Mahlzeit zu unterstützen.
Wie habt ihr das Projekt organisiert?
Zunächst führten wir eine Standaktion durch und sammelten Spenden für die benötigten Zutaten. Eine Woche später besorgten wir Pizzakartons bei einer Pizzeria in der Nähe. Mit der Pizzeria vereinbarten wir ausserdem, dass wir am folgenden Mittwoch, unserem FreiDay, ihre Küche nutzen und ihren Pizzateig verwenden dürfen.
Am Vortag kauften wir alle Zutaten ein und planten den Ablauf bis ins Detail. Doch am Projekttag wurden wir leider enttäuscht: Obwohl wir zur vereinbarten Zeit bei der Pizzeria eintrafen, war niemand vor Ort.
Schnell mussten wir eine Alternative finden. Da Lua in der Nähe wohnt, gingen wir zu ihr nach Hause. Glücklicherweise war ihre Mutter da und erklärte sich sofort bereit, mit dem Velo zum Coop zu fahren, um Pizzateig zu besorgen. Währenddessen bereiteten wir die Sandwiches vor.
Dank dieser spontanen Hilfe konnten wir das Essen rechtzeitig fertigstellen. Anschliessend fuhren wir ins Tageshaus für Obdachlose. Dort übergaben wir die Sandwiches und Pizzas und erhielten eine interessante Führung durch die Einrichtung. So bekamen wir spannende Einblicke in die tägliche Arbeit der Mitarbeitenden.
Was hat euch besonders beeindruckt?
Besonders beeindruckt hat uns ein Mann, der Karotten und anderes Gemüse schälte und dafür kostenlos eine Mahlzeit erhielt. Ausserdem erfuhren wir, dass obdachlose Menschen für nur 2 Franken eine Waschmaschine benutzen können. Alle zwei Wochen kommt zudem eine Coiffeuse ins Tageshaus und schneidet den Besucherinnen und Besuchern für wenig Geld die Haare.
Die Mitarbeitenden waren sehr freundlich und engagiert. Das Projekt hat uns gezeigt, wie wichtig solche Angebote für Menschen in schwierigen Lebenssituationen sind.
Was möchtet ihr sonst noch mitteilen?
Wir möchten uns herzlich bei allen bedanken, die unser Projekt unterstützt haben. Ein besonderer Dank gilt Markus Habegger, Luas Mutter, Annas Eltern sowie der Pizzeria für ihre wertvolle Hilfe und ihre grosszügige Unterstützung.
Auch wir von der Stiftung Sucht und dem Tageshaus für Obdachlose bedanken uns herzlich für dieses grossartige Engagement. Wir wünschen euch weiterhin viel Freude und Erfolg bei euren zukünftigen Nachhaltigkeitsprojekten.